farbmaushaltung

Artgerechte Farbmaushaltung mit Expertise und Herz

Neue Tierschutz-Standards: Was Farbmaus-Halter jetzt wissen müssen

Ein Bericht von oe24.at vom 18.08.2026 bündelt mehrere Meldungen aus dem Tierschutz, die zwei Themen mit direktem Bezug zur Farbmaus-Haltung berühren: die Reduktion von Lärmstress um Silvester und die Aufnahme von Tieren in staatliche Katastrophenpläne.

Neue Tierschutz-Standards: Was Farbmaus-Halter jetzt wissen müssen

Beide Entwicklungen verändern die Rahmenbedingungen für verantwortungsvolle Heimtierhaltung konkret.

Weniger Feuerwerk, weniger Stress für Heimtiere

PENNY Österreich verzichtet nach eigenen Angaben seit 2021 auf den Verkauf von Feuerwerkskörpern. Begründung des Unternehmens: Tiere sollen vor Lärm und Stress rund um Silvester geschützt werden. Für Farbmäuse ist dieser Punkt besonders relevant: Sie nehmen hochfrequente Geräusche deutlich stärker wahr als der Mensch und reagieren auf impulsive Knallereignisse mit sofortigem Meideverhalten. Eine zusätzliche Rückzugsmöglichkeit aus Pappe oder Keramik, eine Einstreutiefe von mindestens 20 cm und ein schallgedämpfter Stellplatz des Geheges sind die wirksamsten Gegenmaßnahmen. Handelsseitige Verkaufsverzichte reduzieren die lokale Knallbelastung und entlasten Halter, die ihre Tiere bislang aufwendig abschirmen mussten.

Portugal nimmt Tiere in den Katastrophenschutz auf

Seit dem 8. August 2026 berücksichtigt Portugal bei der Notfall- und Katastrophenplanung verpflichtend auch Tiere. Das neue Gesetz schreibt nach Berichtsangabe vor, dass Gemeinden Suche, Rettung, Evakuierung, Unterbringung und Versorgung von Tieren in ihre Pläne integrieren müssen. Brände, Überschwemmungen und andere Katastrophen erfordern damit eine vollständige Tierevakuierung als Teil des staatlichen Handelns. Zwar gilt diese Regelung nur in Portugal, sie setzt jedoch einen Maßstab, an dem sich andere EU-Staaten messen lassen. Für Farbmaus-Halter bedeutet das: Eine Notfallausstattung mit Transportbox, Futter- und Wasservorrat für mindestens 48 Stunden sowie eine vorab recherchierte Liste geeigneter Unterbringungsorte gehört zur Grundausstattung. Das Prinzip lautet: Gehege verlassen niemals ohne ihre Insassen das Haus, denn eine nachträgliche Rettung aus einem Brandobjekt ist tierschutzrechtlich unzulässig und logistisch kaum umsetzbar.

Strukturen für den Ernstfall

PENNY Österreich unterstützt das Tier-Quartier Wien mit 20.000 Euro und startet eine langfristige Partnerschaft zur Unterstützung der Versorgung und Vermittlung von Tieren sowie zur Sensibilisierung für verantwortungsvolle Tierhaltung. Parallel dazu eröffnete Tierschutz Austria den ersten Igel-Kindergarten mit rund 80 Jungtieren zur Vorbereitung auf die Auswilderung. Beide Initiativen betreffen andere Spezies, sie stärken jedoch indirekt die regionale Versorgungsstruktur und das Bewusstsein für tierschutzgerechte Abläufe. Für Farbmaus-Halter folgt daraus eine konkrete Aufgabe: Vor einem Notfall die nächstgelegenen Tierheime, Wildtierstationen und notfalls geeigneten Pensionen kennen, nicht erst danach suchen. Wer im Ernstfall keine Abgabestelle parat hat, verliert wertvolle Stunden, in denen Unterbringung, Versorgung und tierärztliche Betreuung entscheidend werden.