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Warum Kaninchen und Meerschweinchen heute seltener in Einzelhaltung leben

Nach Daten des Industrieverbands Heimtierbedarf (IVH) und des Zentralverbands der Heimtierbranche (ZZF) zeigt der Zehn-Jahres-Vergleich der Kleintierhaltung in Deutschland einen klaren Trend…

Warum Kaninchen und Meerschweinchen heute seltener in Einzelhaltung leben

Nach Daten des Industrieverbands Heimtierbedarf (IVH) und des Zentralverbands der Heimtierbranche (ZZF) zeigt der Zehn-Jahres-Vergleich der Kleintierhaltung in Deutschland einen klaren Trend: Kaninchen und Meerschweinchen werden zunehmend mit Artgenossen zusammen gehalten. Die durchschnittliche Tierzahl pro Haushalt stieg bei Kaninchen auf 2,2 und bei Meerschweinchen auf 2,5 – ein Befund, der die verhaltensbiologische Aussage stützt, dass Gesellschaft für soziale Kleintiere ein Grundbedürfnis ist.

Bestand und Trend 2015 bis 2025

Die jährliche Erhebung von IVH und ZZF erfasst für 2025 insgesamt 1,8 Millionen Haushalte mit Kleintieren in Deutschland und 4,4 Millionen Tiere. Davon entfallen 2,1 Millionen auf Kaninchen und 1,3 Millionen auf Meerschweinchen. Die durchschnittliche Anzahl pro Haushalt lag 2015 bei beiden Arten bei 1,9. Bis 2025 stieg sie bei Kaninchen auf 2,2, bei Meerschweinchen auf 2,5. Der Anteil der Haushalte mit drei oder mehr Tieren pro Gehege wuchs – bei Meerschweinchen um rund zehn Prozentpunkte.

Biologische Untergrenzen und Vergesellschaftung

Dr. Maximilian Reuschel, Leiter der Abteilung Heimtiere an der Klinik für Heimtiere, Reptilien und Vögel der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover, formuliert die Untergrenze:

  • Kaninchen: mindestens paarweise, idealerweise Weibchen mit kastriertem Rammler oder zwei kastrierte Rammler
  • Meerschweinchen: Kleingruppen von drei bis fünf Tieren, etwa kastrierter Bock mit zwei Weibchen oder reine Bockgruppen mit kastrierten Tieren
  • Fellpflege, Kommunikation und gemeinsames Spielen sind Bestandteile des arteigenen Verhaltens und durch Mensch oder artfremde Partner nicht ersetzbar
  • Vergesellschaftung beider Arten möglich, aber nur bei ausreichend Platz für Ausweichdistanzen und sozialverträglichen Individuen
  • Jungtiere wachsen am besten in bestehende Rangordnungen hinein

Übertrag auf die Haltung sozialer Nager

Die IVH/ZZF-Daten untermauern die Aussage des Experten, dass Einzelhaltung dem Grundbedürfnis sozialer Kleintiere widerspricht. Für Halter sozialer Nager – einschließlich Farbmäuse – folgt daraus: