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Neue Sicherheitsstandards für Futtermittel: AFIA erweitert Zertifizierungsprogramm

Die American Feed Industry Association (AFIA) hat ihr Zertifizierungsprogramm Safe Feed/Safe Food (SF/SF) umfassend aktualisiert. Seit diesem Sommer können auch Lager-, Lagerhaltungs- und Distributionsbetriebe eine eigene Zertifizierung erwerben.

Neue Sicherheitsstandards für Futtermittel: AFIA erweitert Zertifizierungsprogramm

Die überarbeitete Version 8.0 des Programms vereint Rückmeldungen aus der Branche und soll die Anforderungen an Futtermittelsicherheit entlang der gesamten Lieferkette stärken.

Neue Zertifizierung für Lager und Distribution

Das Programm SF/SF wurde 2004 als freiwilliges, von Dritten zertifiziertes Qualitätssystem gestartet. Es geht über regulatorische Mindestanforderungen hinaus und setzt auf kontinuierliche Verbesserung, regulatorische Konformität und Risikominimierung in der Futtermittelproduktion. Mittlerweile sind über 1.000 Betriebe zertifiziert, wie die AFIA mitteilt.

Mit der neuen Kategorie „Warehouse, Storage and Distribution" (WSD) werden erstmals auch Lager- und Vertriebsbetriebe adressiert. Die AFIA begründet die Erweiterung mit Nachfrage aus der Branche: Bisher habe keine Zertifizierungskategorie die besonderen Anforderungen von Unternehmen abgedeckt, die Futtermittelzutaten lagern oder über Distributionswege bewegen. Betroffene Unternehmen, die bereits am Programm teilnehmen, können sich für das WSD-Zertifikat mit eigenem Siegel evaluieren lassen.

Version 8.0 bringt vor allem administrative Vereinfachungen. Die Kernanforderungen blieben laut AFIA unverändert, die Leitlinien orientieren sich aber stärker an aktuellen Branchenstandards und regulatorischen Erwartungen. Die Betriebe profitieren laut Angaben der Organisation durch verbesserte operative Konsistenz, geringeres Haftungsrisiko und höhere Glaubwürdigkeit gegenüber Kunden und Aufsichtsbehörden.

Was das für die Futterwahl von Farbmäusen bedeutet

Das SF/SF-Programm ist ein US-amerikanisches System. In der EU gelten eigene Regelungen, unter anderem die HACCP-Pflicht für Futtermittelbetriebe. Die grundlegende Problematik ist jedoch branchenübergreifend: Futtermittelsicherheit endet nicht am Werkstor. Lagerung, Transport und Distribution sind kritische Punkte, an denen Kontaminationen, Feuchtigkeitsschäden oder Verunreinigungen auftreten können.

Für Halter von Farbmäusen ist das relevant, weil:

  • Pellet- und Saatenmischungen oft über mehrere Stationen gehandelt werden, bevor sie den Endverbraucher erreichen.
  • Unsachgemäße Lagerung – zu hohe Luftfeuchtigkeit, ungeeignete Temperaturen – die Qualität von Futtermitteln beeinträchtigt, unabhängig von der Zertifizierung am Ursprungsort.
  • Selbst hochwertige Futtermittel Nährstoffdichte verlieren, wenn sie über Wochen in ungeeigneten Umgebungen gelagert werden.

Praktische Empfehlungen

1. Lieferantenstruktur transparent machen: Fragen Sie beim Futtermittelhersteller oder -händler nach, ob ein Qualitätssystem wie HACCP oder vergleichbare Zertifizierungen vorliegen.

2. Lagerbedingungen zu Hause prüfen: Großpackungen sind nur sinnvoll, wenn die Lagerung kühl, trocken und lichtgeschützt erfolgt. Pellets können bei falscher Lagerung Schimmel bilden – ein Risiko für die Atemwege der Tiere.

3. Frische sicherstellen: Futtermittel in Mengen kaufen, die innerhalb von vier bis sechs Wochen verbraucht werden. Lange Lagerzeiten erhöhen das Risiko für Nährstoffverluste und mikrobielle Belastung.

Die Erweiterung des SF/SF-Programms unterstreicht einen Grundsatz, der auch in der europäischen Futtermittelkette gilt: Qualitätssicherung muss über die Produktion hinausgehen. Für Halter bedeutet das, die eigene Lagerkette genauso ernst zu nehmen wie die Produktwahl.